Was sind Nameserver und welche Aufgabe haben sie?
Nameserver benennen die DNS-Server, die für eine Domain verbindliche Antworten liefern dürfen. Benötigt ein Resolver Informationen zu example.de, führt ihn die DNS-Hierarchie zu den für diese Domain eingetragenen Nameservern.
Warum werden Nameserver benötigt?
Website-Adressen, Mailrouten und Verifizierungen brauchen eine eindeutige autoritative Quelle. Üblicherweise werden mindestens zwei Nameserver für Ausfallsicherheit eingetragen. Sie können dem Registrar, einem DNS-Spezialisten oder dem Hosting-Anbieter gehören.
Nameserver sind keine DNS-Einträge
Nameserver beantworten die Frage, wer die DNS-Zone verwaltet. A-, AAAA-, CNAME-, MX- und TXT-DNS-Einträge beschreiben dagegen, wo ein Dienst liegt. Eine Record-Änderung innerhalb derselben Zone erfordert keinen Nameserver-Wechsel. Die Zusammenhänge zeigt der DNS-Grundlagenartikel.
Drei unterschiedliche Anbieterrollen
Der Registrar führt Registrierung und Delegation. Der DNS-Anbieter hostet die Zone. Der Hosting-Anbieter betreibt Webserver oder Anwendungen. Auch wenn dieselbe Firma alle Rollen übernimmt, sollten Sie vor einer Änderung das autoritative Verwaltungsoberfläche bestimmen.
Wann ist ein Wechsel sinnvoll?
- Die komplette DNS-Zone zieht zu einem anderen Anbieter.
- Der neue Anbieter soll Website-, E-Mail- und Verifizierungsrecords verwalten.
- Ein Dienst verlangt ausdrücklich seine Nameserver und die Folgen wurden geprüft.
Alle notwendigen DNS-Einträge müssen vor dem Wechsel in der neuen Zone vorhanden sein.
Wann ist er nicht nötig?
Für den Umzug nur der Website genügt meist eine Änderung von A, AAAA oder CNAME. Beim E-Mail-Wechsel werden hauptsächlich MX- und passende TXT-DNS-Einträge geändert. Ein unnötiger Nameserver-Wechsel kann funktionierende Einträge entfernen.
Was passiert nach der Änderung?
Der Registrar aktualisiert die Delegation. Resolver beginnen schrittweise, das neue autoritative Set zu befragen. Wegen Cache können einzelne Nutzer vorübergehend noch das alte Ziel erreichen. Dies erklärt der Beitrag zur DNS-Propagation.
Checkliste
- Aktuelle Zone vollständig dokumentieren.
- Website-, E-Mail- und TXT-DNS-Einträge im Ziel anlegen.
- SSL und Dienste vorab prüfen.
- Änderungsfenster und Rückkehr zur vorherigen Konfiguration vorbereiten.
Wenn lediglich die Website auf eine neue IP zeigen soll, sollten die Nameserver meist unverändert bleiben.
Entscheidungsbeispiel
Liegt die Registrierung bei A, die DNS-Zone bei B und das neue Hosting bei C, können die Nameserver bei B bleiben. Nur der A-Record wird aktualisiert. Ein Nameserver-Wechsel ist erst nötig, wenn auch die autoritative Zone nach C umzieht.
Delegation und autoritatives DNS
Die Delegation verbindet eine registrierte Domain mit ihrem autoritativen Nameserver-Satz. Die Registry der TLD veröffentlicht diese Zuständigkeit, damit rekursive Resolver die richtige Zone finden. Nameserver müssen nicht auf dem Webserver laufen und gehören häufig zu einer separaten, weltweit verteilten DNS-Plattform.
Üblicherweise sind mindestens zwei Nameserver eingetragen, damit Antworten auch beim Ausfall eines Servers oder Netzpfads verfügbar bleiben. Zwei Namen allein reichen nicht: Beide Systeme müssen autoritativ antworten und eine konsistente Zone bereitstellen.
Delegation oder einzelnen DNS-Eintrag ändern?
Zieht nur die Website um, genügt meist die Änderung von A, AAAA oder CNAME in der bestehenden Zone. Beim E-Mail-Wechsel ändern sich MX und zugehörige TXT-Einträge. Neue Nameserver übertragen dagegen die Kontrolle über die gesamte Zone und können alle Dienste betreffen. Das ist eine umfassendere Maßnahme, keine Abkürzung für jeden Hosting-Wechsel.
Was in der neuen Zone vorbereitet sein muss
Vergleichen Sie Hauptdomain und www, IPv4 und IPv6, MX-Prioritäten, SPF, DKIM, DMARC, Verifizierungen und wichtige Subdomains. Prüfen Sie autoritative Antworten der neuen Server und ob das Hosting alle Hostnamen erkennt. Bewahren Sie einen Export oder eine verlässliche Dokumentation der alten Zone für eine mögliche Wiederherstellung auf.
Wann die bestehende Delegation besser bleibt
Ist der aktuelle DNS-Anbieter zuverlässig und ändert sich nur ein Dienst, reduziert das Beibehalten der Nameserver den Umfang des Eingriffs. Auch ein Registrar-Transfer verlangt nicht automatisch einen DNS- oder Hosting-Umzug.
Konsistenz prüfen
Vor der Umstellung sollten alle vorgesehenen Nameserver für dieselbe Zone und die gleichen aktuellen Werte antworten. Abweichungen können dazu führen, dass Resolver je nach angesprochenem Server unterschiedliche Ergebnisse erhalten. Prüfen Sie außerdem, ob die Delegation exakt die vorgesehenen Hostnamen enthält und ob bei eigenen Nameservern notwendige Glue-Informationen korrekt hinterlegt sind. Solche Details sollten nur geändert werden, wenn die Architektur sie tatsächlich benötigt.
Was eine Delegationsprüfung tatsächlich zeigt
Eine Abfrage der Nameserver zeigt, welcher DNS-Anbieter autoritativ ist; sie bestätigt nicht automatisch, dass alle Einträge in der Zone korrekt sind. Eine gültige Delegation kann eine falsche Web-IP, fehlende MX-Einträge oder unvollständige Verifizierungen enthalten. Umgekehrt erfordert ein Hostingwechsel häufig nur eine Änderung von A oder CNAME, während die Nameserver unverändert bleiben. Diese Trennung verhindert unnötige Delegationswechsel und grenzt Fehler auf die Delegation oder die aktive Zone ein.
Häufige Fragen
Ändert ein Registrar-Transfer die Nameserver?
Nicht zwingend. Delegation und Hosting können unverändert bleiben.
Wo wird die Zone bearbeitet?
Beim Anbieter der aktuell autoritativen Nameserver.