WP-CLI: Praxisleitfaden zur WordPress-Verwaltung per Kommandozeile
WP-CLI ist die offizielle Kommandozeilenschnittstelle zur Verwaltung von WordPress. Viele Aufgaben lassen sich ohne wp-admin erledigen, besonders bei Wartung, Migration, Automatisierung und Fehlersuche.
WP-CLI ist nicht bei jedem Hosting-Anbieter verfügbar. Sie benötigen SSH-Zugang, eine funktionierende WP-CLI-Installation und Zugriff auf das WordPress-Verzeichnis.
Was WP-CLI ist und wann es eingesetzt wird
Sie können Core, Plugins, Themes und Benutzer prüfen, die Datenbank exportieren, den Object Cache leeren und URLs kontrolliert ersetzen. WP-CLI ersetzt keine Backups, Staging-Umgebung oder Kompatibilitätstests.
Bevor Sie beginnen
- Prüfen Sie, ob Ihr Hosting SSH und WP-CLI unterstützt.
- Erstellen Sie vor Updates oder Datenänderungen ein vollständiges Backup.
- Nutzen Sie Staging für riskante Änderungen.
- Arbeiten Sie mit einem eingeschränkten Konto, nicht als root.
- Bestätigen Sie das richtige Document Root.
1. SSH-Verbindung und Prüfung
cd /path/to/wordpress
wp --info
wp core versionWird wp nicht gefunden, fragen Sie den Anbieter. Bei “This does not seem to be a WordPress installation” prüfen Sie den Pfad oder verwenden --path=/korrekter/pfad.
2. WordPress Core
wp core version
wp core check-update
wp core verify-checksumsPrüfsummen erkennen veränderte Core-Dateien, aber keine Plugins, Themes oder Uploads. Vor wp core update sind Backup und Staging-Test erforderlich.
3. Plugins und Themes
wp plugin list
wp plugin list --update=available
wp plugin status plugin-slug
wp plugin activate plugin-slug
wp plugin deactivate plugin-slug
wp theme list
wp theme status theme-slugDeaktivieren Sie auf einem Live-Shop nicht alle Plugins ohne Wartungsplan. Testen Sie Updates auf Staging und aktualisieren Sie einzeln.
wp plugin update plugin-slug
wp theme update theme-slug
4. Benutzer
wp user list --fields=ID,user_login,user_email,roles
wp user get 1Prüfen Sie unbekannte Administratoren, löschen Sie aber niemanden ohne Identitäts- und Inhaltsprüfung. Kennwörter gehören nicht in die Shell-History.
5. Datenbank
Warnung: Datenbankbefehle können die gesamte Website betreffen. Erstellen Sie vorher ein Backup.
wp db check
wp db export wordpress-before-change.sqlPrüfen Sie Existenz und Größe des Exports und speichern Sie ihn außerhalb des öffentlichen Webverzeichnisses. Große Datenbanken können ein anderes Verfahren erfordern.
6. Cache
wp cache flushDies leert den WordPress Object Cache, nicht zwingend Page Cache, CDN oder Server Cache.
7. Updates
wp core check-update
wp plugin list --update=available
wp theme list --update=availableDies sind Prüfungen. Vor Update-Befehlen benötigen Sie Backup, Staging-Test und Rollback-Plan.
8. Search-Replace mit Vorschau
WP-CLI verarbeitet serialisierte Daten, doch eine falsche Ersetzung kann viele Datensätze ändern. Beginnen Sie mit:
wp search-replace 'https://old.example' 'https://new.example' --all-tables-with-prefix --dry-runPrüfen Sie Tabellen und Trefferzahl. Erst nach Kontrolle und Backup wird ohne --dry-run ausgeführt. Multisite und Custom Tables brauchen zusätzliche Prüfung.
Häufige Probleme
- Command not found: WP-CLI fehlt oder ist nicht im PATH.
- Falscher Pfad: Document Root oder
--pathprüfen. - Datenbankfehler: wp-config.php und Datenbank prüfen.
- Permission denied: Eigentümer und Rechte kontrollieren; sudo nicht unbedacht einsetzen.
- Fatal Error: Logs prüfen und letzte Änderung zurücknehmen.
- Timeout/Speicher: Aufgabe teilen oder Anbieter kontaktieren.
Sicherheitsgrundlagen
- SSH-Keys verwenden und Zugangsdaten nie teilen.
- Destruktive Befehle vermeiden.
- Exports außerhalb öffentlicher Verzeichnisse speichern.
- Website, wp-admin, Formulare und Logs prüfen.
- Bei unklarem Befehlsumfang stoppen und Support anfordern.